Folge 70 | Warum du beim Reporting an deinen Auftraggeber Tacheles reden musst
2024-04-28 · 14:57
In dieser Episode befassen wir uns mit einem grundlegenden, aber oft vernachlässigten Thema: dem Reporting. Unter dem provokanten Titel "Warum du beim Reporting an deinen Auftraggeber Tacheles reden musst" beleuchten wir die Notwendigkeit einer klaren und direkten Kommunikation in diesem Kontext. Das Wort "Tacheles" steht nicht nur für Offenheit, sondern auch für die Fähigkeit, heikle Themen unverblümt anzusprechen. Es ist entscheidend, dass wir als Berater, Coaches oder Führungskräfte den Auftraggeber nicht nur informieren, sondern echten Mehrwert bieten, indem wir Klartext reden.
Wir gehen darauf ein, dass Reporting in verschiedenen Situationen notwendig ist, sei es nach einem Coaching, einer Profiling-Sitzung oder einem Assessment. Bei all diesen Gelegenheiten liegt unser Fokus darauf, prägnante und wertvolle Informationen zu liefern, die dem Auftraggeber helfen, die Situation besser zu verstehen. Es gilt, den Unterschied zwischen einfacher Information und tatsächlicher Expertise zu erkennen, die den Auftraggeber langfristig schätzt. Anstelle von ausufernden Berichten, die oft ignoriert werden, plädiere ich für eine Konzentration auf die wesentlichen Punkte – die sogenannten "Big Points" – die in der Regel nicht mehr als zwei Seiten umfassen sollten.
Ein zentrales Konzept, das ich teile, ist das Download-Prinzip: Die sofortige Dokumentation nach einem Gespräch. Das frühe Festhalten von Eindrücken gewährleistet eine Direktheit und Präzision, die in späteren Entwürfen oft verloren gehen. Ich empfehle, einen strukturierten Ansatz zu wählen, der nach dem Dreisatz-Verfahren gegliedert ist: Briefing, Durchführung und Reporting. Diese Struktur hilft, die bestehenden Informationen logisch aufzubereiten und vermittelt dem Auftraggeber einen klaren Überblick über den Prozess.
Wir thematisieren zudem den Medienmix im Reporting. Neben schriftlichen Berichten gewinnen auch Audio- und Videoformate an Bedeutung, was jedoch oft zu geringerer Archivierungsqualität führt. Ein schriftlicher Report bleibt zeitlos und ermöglicht das Nachverfolgen von Entwicklungen über Jahre hinweg. Ein weiterer Schlüsselaspekt ist die Verwendung einer verständlichen Sprache, die auf die Kultur und die Jargonvorgaben des Auftraggebers abgestimmt ist. Fachtermini können oft verwirrend sein und vom eigentlichen Inhalt ablenken.
Ein abschließender Punkt ist die Ehrlichkeit im Reporting. Mut zur Wahrheit, auch bei unangenehmen Themen, schafft Vertrauen. Wir müssen Risiken klar benennen und uns nicht scheuen, einen Standpunkt zu beziehen. Dabei ist es entscheidend, dass wir immer die potenziellen Fehlermöglichkeiten anerkennen, ohne dabei die Sicherheit und Professionalität aus den Augen zu verlieren.
Schließlich lade ich die Zuhörer ein, ihre eigene Reporting-Praxis zu reflektieren und Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Ich freue mich auf den Austausch und darauf, dass wir auf Plattformen wie LinkedIn weiter über dieses Thema diskutieren können. Transparente und prägnante Kommunikation ist das Geschenk, das wir unseren Auftraggebern machen, und das zu schätzen wissen sie.